11 October, 2008 19:49
Wer tauft eigentlich Homepages?
Posted by kopfhoerer, Categories [ General ][ (0) Comment ] | [ (0) Trackbacks ]
Diese Überschrift stellt die Namensgebung von Webseiten natürlich übertrieben plakativ dar, doch wissen tatsächlich die wenigstens Menschen, warum die Internet-Adressen, die sie täglich aufrufen, so heißen, wie sie eben heißen.
Manchmal kommt es auch vor, dass man eine Adresse mit falscher Endung, Domain im Fachjargon, eingibt, worauf einem irgendein Provider anbietet, die Adresse für sich zu kaufen.
Wer entscheidet also, wer welche Seite wie nennen und ändern darf? Die Organisation heißt Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, kurz ICANN. Sie hat ihren Sitz in Kalifornien und ist eine (weitgehend) unabhängige Behörde, die ausschließlich ohne Gewinnabsichten –non-profit- agiert.
Sie war es auch, bei der jede neue Homepage angemeldet und registriert werden musste und die die Namen zuteilte oder absegnete.
Denn die Frage der Namensgebung einer Seite ist ein durchaus schwer wiegendes Problem, denn wer darf welche Namen für sich in Anspruch nehmen? Coca Cola musste beispielsweise extrem lang und kostenintensiv prozessieren, um in Spanien endlich eine Homepage unter diesem Namen betreiben zu dürfen. Klagsgegner war eine kleine Firma, die sich frühzeitig die Domain sicherte und so dem Multi vor der Nase wegschnappte. Kuriose Fälle wie diese gibt es immer wieder, dieser war aber vor allem problematisch, weil die Firma Coca Cola nicht einfach erpressen wollte, sondern vom Unternehmensnamen her durchaus ebenso legitimer Anwärter auf die Seite gewesen wäre.
Nun wurde aber die Top-Level-Domain, also zum Beispiel .at oder .com, liberalisiert, das heißt, man kann an seine Homepage jetzt auch .huber oder Ähnliches dranhängen. Von Experten wurde dies bereits seit geraumer Zeit erwartet, da langsam aber sicher die Domains auszugehen scheinen. Was beachtlich ist, gab es doch über vier Milliarden Möglichkeiten, somit hätte rein rechnerisch fast jeder Mensch der Erde einen eigenen Webauftritt, aber zurück zum Thema.
Bereits jetzt wurde ein Run auf die individuellen Adressen ausgelöst, wobei diese teils bereits beträchtliche Summen kosten, denn die Verwaltung wird durch die stete Zunahme an Domains entsprechend aufwändiger. Damit die ICANN also auch zukünftig kostengedeckt agieren kann, sind einige Namen extrem teuer zu erstehen.
Dazu kommt, dass man trotzdem zu einem gewissen Maße legitimiert sein muss, die Seite so zu nennen. Dies geschah wiederum, um „Firmenerpressungen“ vorzubeugen. Über die Legitimation entscheidet ein Gremium bei der ICANN. Diese Entscheidungsträger arbeiten aber auch nicht ehrenamtlich, ein weiterer Punkt, der die Kosten in die Höhe treibt.




